„Wohnungsbrand, eine Person vermisst!“ – so oder so ähnlich kann schonmal ein Einsatzstichwort für die Feuerwehr klingen. Auf ein solches Szenario mit extremer körperlicher und psychischer Belastung müssen alle Feuerwehrleute trainiert sein. Eine realitätsnahe Ausbildung wurde daher am ersten Adventswochenende von der Feuerwehr Mücke für ihre Atemschutzgeräteträger angeboten. Das sind diejenigen Einsatzkräfte, die im Brandfall als sogenannter Angriffstrupp als erste in ein brennendes Gebäude vorgehen, um die Menschenrettung durchzuführen und das Feuer zu bekämpfen.

Am Freitagabend erhielten die 80 Teilnehmenden online eine theoretische Unterweisung für den Praxisteil der Fortbildung. Diese stand dann am Samstag und Sonntag auf dem Programm. Als Übungsobjekt diente eine feststoffbefeuerte Containeranlage, in der verschiedene Übungsszenarien für einen Wohnungsbrand durchgeführt wurden. Das Augenmerk lag darauf, möglichst effizient im komplett verrauchten Bereich unter Nullsicht vorgehen zu können. Wie wichtig dabei die Arbeit im Team ist, wurde den Einsatzkräften deutlich bewusst. Mit Schlauch und etwa 20 kg Ausrüstung wurde die nachgestellte Wohnung nach vermissten Personen und weiteren Gefahren wie Gasflaschen abgesucht. Im angrenzenden Brandraum, der auf etwa 500° C aufgeheizt war, musste anschließend der Rauch mit dem Strahlrohr heruntergekühlt und eine Brandbekämpfung durchgeführt werden. Der Durchgang für einen Trupp dauerte etwa 25 Minuten, so lange reicht auch in etwa die Atemluft in den Atemschutzgeräten unter Anstrengung. Im Anschluss an einen Durchgang führten die Ausbilder eine umfangreiche Nachbesprechung durch, um auch auf Details eingehen zu können. Alles in allem resümierten die Teilnehmenden und auch Gemeindebrandinspektor Martin Schlosser ein äußerst positives Ausbildungswochenende, in dem das Wissen und Können deutlich vertieft wurden.

Neben Kommunalpolitikern machten sich auch interessierte Mitbürger ein Bild vom Ausbildungsstand ihrer ehrenamtlichen Einsatzkräfte! Weitere freie Plätze wurden an die Feuerwehren Homberg (Ohm) und Schotten vergeben. Eine Bereitschaft des DRK Alsfeld war an beiden Praxistagen mit einem Rettungswagen vor Ort. +++