Über 200 Feuerwehrleute versuchen eine weitere Brandausbreitung zu verhindern – Feuerwehr reißt Gebäude in der Nacht noch ab, Unterstützung auch von der Bundeswehr – Eine Person verletzt – Anwohner versuchten mit Eimern zu löschen und erzählen fassungslos: „Aus der Scheune hat es immer wieder Feuerbälle gegeben, die auf die Wiese sind und die entzündet haben.“ – Anwohnerin erzählt: „Feuerwehrmann kam zu uns und sagte, alle müssen das Haus verlassen. Man könne nicht garantieren, dass es nicht auch noch mitabbrennt.“  

Über mehrere Stunden mussten die Feuerwehren im Landkreis Bad Kissingen einen Großbrand im Markt Geroda bekämpfen. Dort war es am späten Nachmittag zum Brand einer Scheune bekommen. Noch bevor die ersten Kräfte eintrafen, hatten sich die Flammen auf das gesamte Gebäude ausgebreitet. Zudem sorgte die starke Hitzeentwicklung dafür, dass auch die Anwesen auf der anderen Straßenseite Feuer fingen. Mehrfach ließ die Feuerwehr daraufhin weitere Kräfte nachfordern, sodass schließlich 200 ehrenamtliche Helfer sich gegen eine wahre Feuersbrunst stellten. Auch die Feuerwehr der Bundeswehr-Standorte Wildflecken und Hammelburg brachten große Tanklöschfahrzeuge herbei. Landwirte stellten ebenfalls ihre Güllefässer zur Verfügung, da dringend Löschwasser am Einsatzort benötigt wurde. Sie waren es auch, die verhinderten, dass das Feuer sich auf die angrenzende Vegetation ausbreiten konnte. Denn Anwohner berichteten, dass immer wieder brennende Glut auf die Wiese fiel und diese entzündete. Mit Eimern versuchte man dem Brand Herr zu werden, ehe professionelle Unterstützung eintraf.

Doch trotz des engagierten Einsatzes blieb der Brand lange Zeit außer Kontrolle. Denn der kräftige Wind sorgte dafür, dass aufwirbelnde Funken meterweit durch die Luft getragen wurden und eine weitere Scheune in der Nachbarstraße in Brand setzten. Auch das Elternhaus von Claudia Eck war akut bedroht: „Der Feuerwehrmann meinte zu uns, dass wenn wer noch im Haus ist, alle raus sollen. Man könne nicht garantieren, dass das Haus nicht mit abbrennt.“ Entdeckt wurde das Feuer von Bürgermeister Alexander Schneider, der eigentlich eine Baustelle kontrollieren wollte, als er die Flammen bemerkte: „Das war Wahnsinn. Der Wind hat es angefacht.“ Er evakuierte die umliegenden Häuser und sorgte möglicherweise dafür, dass lediglich eine Person leicht verletzt wurde.

Erst nach vier Stunden war das Feuer unter Kontrolle, sodass eine weitere Ausbreitung gestoppt wurde. Wie die Feuerwehr vor Ort mitteilte, sind mindestens sechs Gebäude schwer beschädigt oder gar komplett zerstört worden. Teilweise wurden die Gebäude im Rahmen der Löscharbeiten abgerissen, um an alle Glutnester zu gelangen. Der Sachschaden wird nach Polizeiangaben auf einen hohen sechsstelligen Betrag geschätzt. Da immer wieder dichte Rauchschwaden durch die wechselnden Windböen in den Ort und die Einsatzstelle gedrückt wurden, untersucht der Rettungsdienst zahlreiche der Feuerwehrkameraden, die dem Qualm schutzlos ausgesetzt waren. Medizinisch behandelt werden, musste jedoch keiner. Einige Anwohner mussten nur mit dem Nötigsten in der Hand ihre Häuser verlassen und gingen mit dem Roten Kreuz. Wie viele Wohnhäuser so stark beschädigt wurden, dass sie vorerst nicht mehr nutzbar sind, war am Abend noch nicht klar. Die Nachlöscharbeiten dauerten die gesamte Nacht an. +++ sw