Ein lauter Knall erschütterte am Abend den 16.000 Einwohner-Ort Kirchhain. Als die erschrockenen Anwohner aus den Fenstern schauten, sahen sie bereits eine dunkle Rauchsäule und einen Feuerschein über der örtlichen Tapetenfabrik stehen. „Ich war zuhause im Wohnzimmer und habe einen Knall gehört. Die Fensterscheibe vibrierte und dann kam mein Sohn, der meinte, dass das nicht normal ist“, erzählt Heike Möglich, die in direkter Nachbarschaft wohnt. Sogar in zwei Kilometer Entfernung soll die entstandene Druckwelle noch spürbar gewesen sein.

Offenbar hatte sich in der Schlosserei der Firma eine Explosion ereignet, in deren Folge rasch das Gebäude in Vollbrand stand. Trümmerteile flogen durch die Detonation dutzende Meter weit, sogar massive Stahlträger schleuderten umher und zerstörten einen Zaun. Die Fensterscheiben zahlreicher Unternehmen in der direkten Umgebung zerbarsten. Wie durch ein Wunder konnten die Mitarbeiter sich glücklicherweise aus eigener Kraft noch in Sicherheit bringen.

Die Feuerwehr löste derweil Großalarm aus. Einheiten aus dem ganzen Landkreis rückten mit insgesamt 250 Kräften nach Kirchhain aus, wo die Flammen sich zunehmend auf das 110×30 Meter große Gebäude ausbreiteten. Mit einem massiven Wassereinsatz versuchten die Kräfte über mehrere Drehleitern den Brand unter Kontrolle zu bringen. Doch das gelang zunächst nicht, da auch brennbare Flüssigkeiten austraten und sich immer wieder entzündeten. Und so hatten die Feuerwehrleute erst nach vier Stunden das Feuer langsam im Griff. Bis allerdings alle Glutnester gelöscht sind, wird die Sonne am Freitag bereits aufgegangen sein. Denn der Brand kann fast nur über die Drehleitern bekämpft werden, da die Halle akut einsturzgefährdet ist und somit nicht mehr betreten werden kann.

Nicht nur die Flammen waren ein Problem, sondern auch der aufsteigende Rauch. Da dieser in Richtung Wohnsiedlung zog, fuhr die Polizei durch die Straßen und machte Warndurchsagen. Auch im Radio liefen entsprechende Meldungen, in denen dazu aufgerufen wurde, ihre Häuser und Wohnungen aus Sicherheitsgründen nicht zu verlassen. Giftige Stoffe wurden glücklicherweise nicht gemessen. Drei Personen wurden durch das Feuer verletzt: zwei erlitten Rauchgasvergiftungen und einer ein Knalltrauma. Die Firmenbetreiber rechnet mit einem Millionenschaden. Wieso das Feuer ausbrach, ist jedoch noch komplett unklar. +++