Feuerwehr kennenlernen und neueste Technik bestaunen – im Rahmen des Tags der offenen Tür im Feuerwehr-Stützpunkt Fulda-Nord wurden vier Fahrzeuge offiziell eingeweiht und gesegnet. Diese sind bereits im Einsatz gewesen, unter anderem im Ahrtal. Im Anschluss an die Übergabe hatten die Gäste Gelegenheit, sich die Fahrzeuge genauer anzuschauen. Zudem gab es Grillspezialitäten, Kaffee und Kuchen zur Stärkung.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld freute sich besonders über das sonnige Wetter zum Tag der offenen Tür. Aufgrund der Pandemie sei es lange Zeit nicht möglich gewesen, die Arbeit der Feuerwehr und die Leistung der Kameraden in größerer Runde zu würdigen. Dies könne nun wieder geschehen, stellte er zufrieden fest. Wingenfeld nahm Bezug auf die aktuelle Situation des Zivilschutzes und erklärte seine Sorge, dass zu viele Menschen diesen als selbstverständlich wahrnehmen würden. Dabei würden aktuelle Entwicklungen wie der Krieg in der Ukraine zeigen, dass dem nicht so sei.

Als besonders erachtete der Oberbürgermeister die erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Feuerwehrvereine Lehnerz und Niesig am Stützpunkt Fulda Nord seit 15 Jahren. Dies sei ebenfalls nicht selbstverständlich. Um sich für mögliche Herausforderungen bestmöglich aufzustellen, benötige es ein Miteinander, wie es in der Feuerwehr Fulda-Nord täglich gelebt werde. Er bedankte sich zudem bei der Jugendfeuerwehr, die sich in ihrer Freizeit für die Gesellschaft engagiere: „Was ihr macht, ist etwas ganz Besonderes.“ Wichtiger als Technik seien für ihn die Menschen dahinter, die sich für die Gemeinschaft stark machen würden.

Als ein Paradebeispiel für das Zusammenleben bezeichnete Bernd Gottschalk, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Fulda, das Wirken der beiden Wehren Lehnerz und Niesig am Stützpunkt Fulda-Nord: „Eine Vorreiterrolle für Hessen.“ Mit der Ausstattung sei der Stützpunkt in der Lage, nahezu das gesamte Spektrum bei Einsätzen abzudecken. Gottschalk ging auf das Starkregen-Ereignis in Fulda im vergangenen Jahr ein, bei dem die Feuerwehr Fulda mit insgesamt 250 Einsätzen an die Belastungsgrenze gebracht worden sei. Dies sei jedoch nicht zu vergleichen gewesen mit der Flutkatastrophe im Ahrtal, die wenige Wochen später folgte. Der stellvertretende Leiter bedankte sich bei den Einsatzkräften, die ebenfalls im Katastrophengebiet tätig gewesen waren.

Matthias Strott vom Katastrophenschutz des Landkreises Fulda sprach Dankesworte für die anwesenden Einsatzkräfte aus. Er zeigte sich sehr sicher, dass die künftigen Herausforderungen durch die bisherige Erfahrung und Kooperation gemeistert werden können. „Ich bin stolz auf euch und freue mich auf weitere Zusammenarbeit“, erklärte er. Eine genaue technische Übersicht zur Ausstattung der vier neuen Fahrzeuge am Stützpunkt gab Uwe Sauer, Wehrführer Fulda-Nord. Vorgestellt wurden zum einen ein Abrollbehälter Wasser und ein ABC-Erkundungsfahrzeug für den Einsatz bei atomaren, biologischen oder chemischen Unfällen. Zum anderen erläuterte er die Ausstattung für ein Löschgruppenfahrzeug 20 Kats und ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20). Letzteres war mit seiner Ausrüstung für den Katastrophenfall von den Feuerwehrleuten unter anderem im vergangenen Sommer bei der Flutkatastrophe im Ahrtal genutzt worden.

Die Segnung führten Pfarrer Markus Agricola und Pfarrer Jörg Scheer durch. Gemeinsam weihten sie nach einem Gebet die Fahrzeuge und hielten Fürbitte für die Einsatzkräfte. Ein kurzes Grußwort sprach Michael Möller, Geschäftsführer von Feuerschutz Möller aus Steinau. Dieser dankte für die tollen Gespräche auf Augenhöhe, welche im Zuge der technischen Ausstattung für die einzelnen Fahrzeuge geführt worden waren. Zudem überreichte er ein kleines Geschenk an Sauer.

TEXT: Andreas Schellenberg
Bilder: Fuldamedia