Endlich wieder RETTmobil in Fulda – die internationale Leitmesse des Rettungs- und Feuerwehrwesens wurde am Mittwoch offiziell eröffnet. Drei Tage lang können sich die Besucher bei den mehr als 460 regionalen und internationalen Ausstellern die neueste Technik und Branchentrends anschauen. Erwartet werden knapp 25.000 Besucher. Zur Eröffnung wurden außerdem Spenden in Höhe von 26.000 Euro für Hilfe in der Ukraine überreicht.

Im großen Empfangszelt begrüßte Manfred Hommel, Geschäftsführer der Messe RETTmobil International, die vielen Vertreter der Hilfsorganisationen sowie der Politik und Wirtschaft. „2019 fand die letzte RETTmobil statt. Wir sind dankbar, dass wir jetzt wieder dürfen“, erklärte er. Der Geschäftsführer erinnerte sich anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Messe in diesem Jahr an die Anfänge in 2001. Damals habe es gerade einmal 3500 Fachbesucher gegeben und es sei nicht klar gewesen, ob die RETTmobil wiederholt werde. Entsprechend glücklich war Hommel über den Erfolg in den vergangenen zwei Jahrzehnten und kündigte an: „Die RETTmobil bleibt bis 2030 sicher in Fulda.“ Zudem gebe es weitere Absprachen, diese Vereinbarungen um weitere fünf Jahre zu verlängern.

Der Geschäftsführer hob die Einzigartigkeit der Fachmesse hervor: „Es gibt weltweit nichts vergleichbares.“ Dafür würden beispielsweise die 467 Aussteller sprechen, die aus insgesamt 25 Nationen kommen würden, ebenso wie das internationale Publikum. Die Messe lebe speziell vom direkten Austausch, stellte er fest. Speziell künstliche Intelligenz sei in diesem Jahr ein Schlüsselthema bei vielen Ständen, fügte Hommel an. Mit intelligenter Ausrüstung könnten die hochqualifizierten Kräfte aller Hilfsorganisationen eine insgesamt bessere Arbeit leisten.

Der Geschäftsführer überreichte als Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Hersteller von Kranken- und Rettungsfahrzeugen (IKR) zudem eine Spende an den DRK Deutschland in Höhe von 20.000 Euro sowie an den Deutschen Feuerwehrverband in Höhe von 6000 Euro. Die Gelder sollen Hilfseinsätze in der Ukraine unterstützen.

Grußworte zur Eröffnung

Glücklich über die Fortführung der Leitmesse war auch Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld: „Es ist mir eine grenzenlose Freude. Lange haben wir gewartet. Die RETTmobil ist eine Herzensangelegenheit.“ Er lobte die Zusammenarbeit der regionalen Hilfsorganisationen, was keineswegs selbstverständlich sei. Diese müssten für ihre Arbeit aber technisch hoch ausgerüstet und bestmöglich vorbereitet sein. Der Oberbürgermeister verglich die Messe mit einem Familientreffen für viele der Aussteller. An der Internationalität zeige sich, dass Europa lebt und zusammensteht. „Mut und Zuversicht wird belohnt“, sagte er mit Blick auf den großen Optimismus Hommels.

Als Schirmherr der RETTmobil hielt Christian Reuter, Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, ebenfalls eine Ansprache. Dabei bezeichnete er die aktuellen Entwicklungen als eine Zeitenwende: „Ich bin seit acht Jahren Generalsekretär. Davon sind sechs Jahre Krise.“ Aktuell würden viele der Hilfsorganisationen besonders durch das Engagement der ehrenamtlichen Kräfte und der vorhandenen Ausrüstung leben, da vieles in den Vorjahren abgebaut wurde. Der Generalsekretär erzählte von einer Situation der Verpflegungshilfe für Menschen im Ahrtal nach der Hochwasserkatastrophe im Juli. Damals habe ein Verantwortlicher der Bundeswehr die Fahrzeuge des DRK aufgrund ihres Alters als „hübsche Museumsstücke“ bezeichnet. Reuter verdeutlichte, dass Deutschland künftig stärker in die Sicherung im Inneren investieren müsse. Aktuell lägen die Ausgaben im Bund dafür bei 0,14 Prozent im Gesamtanteil, der Schirmherr forderte dagegen 0,5 Prozent.

Dem stimmte Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes zu. „Es ist schön, wieder zusammen zu kommen“, meinte er. Besonders die Möglichkeiten zur direkten Vorführung sei eine Stärke der Fachmesse. Ähnlich sah es Prof. Dr. Peter Sefrin, wissenschaftlicher Leiter der Veranstaltung. Unter dem Motto „Meet the experts“ gäbe es für die Besucher viele Möglichkeiten zum Austausch. Zudem seien für die Messe verschiedene Fortbildungsangebote geplant, ergänzte er.

Hintergrund der RETTmobil Messe

Die Leitmesse im Rettungswesen hat eine 20-jährige Geschichte und basiert auf drei Säulen: Fachkongress, Fachausstellungen und erlebbare Mobilität. Unter anderem wird sich die Traditionsmesse in diesem Jahr auch mit dem Umgang während der Pandemie befassen, welche das Rettungswesen in den vergangenen Jahren besonders forderte. Neben den zahlreichen Ausstellungsstücken, Infoveranstaltungen und Workshops erwartet die Besucher auch wieder einige Highlights: Darunter eine simulierte Höhenrettung sowie ein Drohneneinsatz. Zudem wird es auch einen Offroad-Parcours für Testfahrten geben. Präsentieren werden sich auf dem Gelände in besondere Weise die Deutsche Feuerwehr Gewerkschaft, THW, Polizei, DLRG sowie das Deutsche Rote Kreuz. Dieses wird unter anderem an der Messe ein neues Fahrzeug vorstellen.+++